Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht-, Angebots-, Wunschvorsorge

Das Ziel der Arbeitsmedizinischen Vorsorge ist das frühzeitige Erkennen und Verhüten von arbeitsbedingten Erkrankungen sowie der Erhalt der Gesundheit. Die Stärkung des individuellen Gesundheitsschutzes ergänzt dabei die technischen und organisatorischen Arbeitsschutzmaßnahmen. Mit arbeitsmedizinischer Vorsorge soll sichergestellt werden, dass die Beschäftigten über die Wechselwirkungen zwischen ihrer Gesundheit und ihrer Arbeit umfassend informiert und beraten werden. Arbeitsmedizinische Vorsorge findet im geschützten Raum und unter dem Siegel der Verschwiegenheit des Betriebsarztes statt. Gegenüber dem Arbeitgeber bestätigt der Betriebsarzt in einer Vorsorgebescheinigung, dass und aus welchem Anlass Vorsorge stattgefunden hat und wann diese ggf. zu wiederholen ist. Die Bescheinigung enthält keine Aussagen zu gesundheitlichen Bedenklichkeiten oder Unbedenklichkeit oder gar Befunde und Diagnosen. Rückmeldungen an den Arbeitgeber erfolgen nur bezüglich möglicher unzureichender Arbeitsschutzmaßnahmen und ggf. zusätzlich zu treffender Maßnahmen.

Pflichtvorsorge
Pflichtuntersuchungen sind nur bei einem hohen Gefährdungspotential für die Gesundheit der Beschäftigten vorgeschrieben. Diese Tätigkeiten sind in der Verordnung der arbeitsmedizinischen Vorsorge konkret aufgeführt. Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit nur ausführen lassen, wenn zuvor die erforderliche Pflichtvorsorge durchgeführt wurde. Dies führt dazu, dass der Beschäftigte verpflichtet ist, an dem Vorsorgetermin teilzunehmen.

Angebotsvorsorge
Untersuchungen zur Angebotsvorsorge sind bei geringerem Gefährdungspotenzial durch den Arbeitgeber anzubieten. Auch diese Tätigkeiten sind in der Verordnung konkret aufgeführt. Angebotsuntersuchungen sind für die Beschäftigten freiwillig. Der Arbeitgeber muss die Beschäftigten jedoch über die Möglichkeit der Untersuchung informieren; er muss diese anbieten.

Wunschvorsorge
Hat der Beschäftigte die begründete Annahme, dass seine Tätigkeit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, so hat der Arbeitgeber eine Wunschuntersuchung zu veranlassen.

zurück zur Übersicht

Autor: