Einzelarbeitsplätze - Alleinarbeit

Alleinarbeit liegt vor, wenn Tätigkeiten an einem Arbeitsplatz alleine, d. h. ohne Anwesenheit weiterer Personen, und außerhalb der Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen ausführt werden. Alleinarbeit ist nicht grundsätzlich verboten. Kernproblem der Alleinarbeit ist aber die Sicherstellung der Ersten Hilfe bei Unfällen oder akuten Erkrankungen. Die Anforderungen an die Notfallorganisation werden umso größer, je höher das Unfall-/Erkrankungsrisiko ist und zwar unabhängig davon, ob dieses von der ausgeübten Tätigkeit selbst oder von der Arbeitsumgebung herrührt.

Unter welchen Voraussetzungen Tätigkeiten in Alleinarbeit ausgeübt werden können, ist im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Darin gilt es zu bewerten, in welchem Maße die Handlungsfähigkeit einer Person durch einen Unfall möglicherweise eingeschränkt wird und ob dies eine Alarmierung und Rettung im Notfall erschwert. Zentrales Thema ist daher die Gewährleistung von Notruf- und Überwachungsmöglichkeiten für allein arbeitende Personen auf Grundlage der mit der Arbeit verbundenen Unfall-/Erkrankungsgefahr. 

Sind bei einer Tätigkeit keine nennenswerten Einschränkungen der Handlungsfähigkeit nach Unfällen zu erwarten, so sind die allgemeinen Schutzmaßnahmen in der Regel ausreichend. Mit zunehmendem Gefährdungsgrad und unter Berücksichtigung der Handlungsfähigkeit einer verletzten Person werden besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sein, z. B.:

  • Regelmäßige Kontrollgänge oder ständige Überwachung durch eine zweite Person
  • Telefonische Meldung zu festgelegten Zeiten oder Einsatz eines Personen-Notrufsignalgebers

Wenn selbst mit diesen Maßnahmen eine Alarmierung und Rettung nicht hinreichend gewährleistet werden kann, so ist eine Alleinarbeit nicht zulässig.

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