Manipulation von Schutzeinrichtungen an Maschinen

Manipulation ist das Unwirksammachen oder Entfernen von Schutzeinrichtungen mit der Konsequenz, eine Maschine oder Anlage in einer vom Konstrukteur nicht vorgesehenen Weise oder ohne notwendige Schutzmaßnahmen zu verwenden. Das Entfernen von Schutzgittern und Maschineneinhausungen, die Überbrückung von Not-Aus Schaltern, der Ausbau einer Überlastsicherung oder eines Eingreifschutzes resultiert zumeist aus einer falschen Risikowahrnehmung des Betreibers, der sich vom unheilvollen „Gefühl der eigenen Unverletzbarkeit“ (Mir passiert schon nichts. Ich habe alles im Griff.) leiten lässt. Eine Studie der DGUV kommt zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Schutzeinrichtungen an Maschinen manipuliert ist und dieses Vorgehen im Tagesgeschäft leider oftmals stillschweigend geduldet wird.

Sind Schutzeinrichtungen nicht vorhanden, unzureichend oder gar manipuliert, können die Unfallfolgen katastrophal sein und enden nicht selten tödlich. Ungeachtet des persönlichen Leids des Verunfallten stellt sich dann die Frage der Verantwortung, die im Rahmen einer Unfallaufarbeitung zu ermitteln ist.

Unternehmer, Führungskräfte und Beschäftigte sind in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen verpflichtet, die Funktion sowie die bestimmungsgemäße Nutzung der Schutzeinrichtungen zu gewährleisten.

Fazit: Die Manipulation von Schutzeinrichtungen ist kein Kavaliersdelikt. Mitarbeiter müssen regelmäßig durch Betriebsanweisungen und praxisgerechte Unterweisungen informiert werden, welche Gefahren bei der Arbeit drohen, wie man diese möglichst vermeidet und welche Funktion die Schutzeinrichtung einer Maschine oder Anlage hierbei übernimmt.

Quelle, Fotos: HVBG, 2006; www.baua.de; www.knuth.de

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